Das erste Date – so wird´s zum Vergnügen

Lesben fahren zum ersten Date mit dem Umzugswagen vor, und Schwule wissen nicht, was ein zweites Date ist. Solche Scherze sind in der Gay-Community verbreitet. Was sind wirklich Fallstricke beim ersten Date – und wie gelingt es?

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Hilfreiche Tipps für das erste Date

Gerade bei Kontakten, die übers Internet anfangen, hat das erste Treffen eine zusätzliche Bedeutung erhalten. Früher sah man sich, tauschte Telefonnummern aus und traf sich dann. Heute stammt der erste Eindruck häufig aus Bildern, Mails und Telefonaten. Dadurch steigt zum einen die Nervosität, schließlich will man wissen, ob die Erwartungen erfüllt werden können – und zum anderen neigen genau diese Erwartungen dazu, mit der Realität wenig gemein zu haben. Einige Tipps, damit das erste Date beiden Spaß macht und es vielleicht auch zu einem zweiten kommt.

Bloß kein Leistungsdruck

In der ersten Kennenlern-Phase geht es selbstverständlich um Marketing. Sie wollen sich von Ihrer besten Seite zeigen. Nervosität gehört dazu, Stress nicht. Vor dem Date noch schnell shoppen gehen? Muss nicht sein. Ziehen Sie lieber etwas an, von dem Sie bereits erfahren haben, dass Sie darin prima ankommen. Ebenfalls unnötig ist, den Freundeskreis über jedes neue Date zu informieren. Gerade in den Metropolen erfahren Sie sonst rasch, wie klein die schwul-lesbische Welt ist, und hören womöglich Details über Ihre neue Bekanntschaft, die Ihnen, wenn überhaupt, besser persönlich mitgeteilt worden wären.

Sie müssen übrigens nicht exklusiv daten, halten Sie ruhig mit mehreren potenziellen Partnern parallel Kontakt. Denn trotz aller ernsten Absichten darf der Spaß nicht zu kurz kommen. Und der verfliegt prompt, wenn Sie an jedes erste Date mit dem Vorsatz „Dieses Mal muss es aber klappen!“ gehen.

Nicht zu weit voraus planen

Ein typischer Fehler vor allem von denen, die bereits lange Single sind: beim ersten Date schon leise die Hochzeitsglocken läuten hören. Tatsächlich hat das erste Date nur den einen Zweck: herausfinden, ob es ein zweites Date geben wird. Nicht mehr – aber auch nicht weniger.

Sie haben einige Mails ausgetauscht, miteinander telefoniert, sich verabredet – und jetzt wollen Sie wissen, ob der andere tatsächlich so ist, wie Sie ihn sich vorgestellt haben. Das mag oberflächlich klingen, aber Sie werden vermutlich sehr schnell herausfinden, ob Sie positiv, negativ oder gar nicht überrascht werden. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass wir binnen kürzester Zeit eine neue Bekanntschaft sozusagen scannen, mit unseren Erwartungen und Wünschen vergleichen und dann entscheiden, ob dies ein potenzieller Partner werden kann.

Schon deshalb sollten Sie fürs erste Date nicht zu viel Zeit einplanen. Wenn Sie sich mögen, verabreden Sie sich einfach wieder – wenn der Funke nicht überspringt, müssen Sie nicht lange herumreden.

Was kommt nach dem ersten Date?

Wenn Sie ein zweites Treffen möchten, sagen Sie das ruhig bereits bei der Verabschiedung, aber seien Sie nicht beleidigt, wenn Ihr Gegenüber zögerlich reagiert. Verabreden Sie lieber einen Zeitpunkt, an dem Sie erneut telefonieren. Bis dahin können beide in Ruhe überlegen, wie es weitergehen soll. Bedenken Sie, dass mit einem ersten Date niemand ein Eheversprechen abgibt und dass Ihre Bekanntschaft möglicherweise noch mit anderen in Kontakt steht – ebenso wie vielleicht auch Sie. Üblich ist mittlerweile, per SMS ein Feedback zum Treffen zu geben. Das mag wenig herzlich erscheinen, hat sich aber nicht nur bei Teenagern durchgesetzt. Allerdings kann eine Standardfloskel wie „So ein Treffen könnten wir mal wiederholen. Gruß“ schnell als mutloses Abservieren interpretiert werden, selbst wenn es anders gemeint war.

Tipp: Das Telefon in solchen Fällen lieber zum Telefonieren benutzen. Da lassen sich Missverständnisse viel einfacher klären, und es ist ganz sicher romantischer. Wie auch immer Sie reagieren, lassen Sie sich nicht zu lange Zeit. Die meisten Menschen erwarten etwa einen Tag nach dem ersten Date eine Rückmeldung. Wenn Sie länger warten, riskieren Sie, dass Ihr Zögern als Absage gedeutet wird. Sich nach dem ersten Date gar nicht mehr zu melden, gilt übrigens sogar unter schwulen Männern als schlechter Stil.

 

Die schlimmsten Gesprächsfallen

Neben Outfit und Treffpunkt wollen beim Date vor allem die Gesprächsthemen gut gewählt sein. Etliche Klippen sind auf dem Weg zum ersten Eindruck zu umschiffen. Wir sagen Ihnen, wie’s geht!

Die Politik-Falle

„Also, wenn Sie mich fragen, wird das Thema steuerliche Vergünstigungen und Subventionen im neuen Regierungsprogramm viel zu zaghaft angegangen.“ Auch wenn Sie sehr politikinteressiert sind und von einem Partner Ähnliches erwarten: Halten Sie Ihre Ausführungen hier lieber in Grenzen. Sie treffen sich, um sich kennen zu lernen – und nicht, um über Umverteilungsfragen oder Auslandseinsätze der Bundeswehr zu diskutieren. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich Ihr Gegenüber entweder nicht sonderlich für Politik interessiert oder Ihre Ansichten schlicht nicht teilt.

Die Ex-Falle

„Lustig: Sie halten die Gabel genau wie meine Exfreundin Frederike – im Übrigen eine mehrfach ausgezeichnete Springreiterin mit begnadeter Stimme. Und kochen konnte die …“

Solche Offenbarungen sollten besser unterbleiben! Natürlich darf man auch über sein Beziehungsvorleben reden. Ellenlange Charakterstudien legen aber womöglich den Schluss nahe, dass Sie noch nicht wirklich über sie hinweg sind. Erst recht wenn Sie auch noch Vergleiche mit Ihrem neuen Flirt anstellen. Machen Sie sich stattdessen klar, worum es Ihnen eigentlich geht: vielleicht eine neue Beziehung zu starten.

Die Geld-Falle

„Antizyklisch investieren heisst meine Devise – deswegen habe ich damals beim Börsencrash auch richtig Geld verdient. Und wenn Sie etwas über Steuerschlupflöcher wissen wollen …“

Egal ob wohlhabend oder am Rande der Pleite: Geldgeschäfte im Allgemeinen und Ihre wirtschaftliche Situation im Besonderen sollten beim ersten Treffen keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielen – schliesslich suchen Sie eine Partnerin bzw. einen Partner und keinen Steuerberater! Bei den meisten Menschen erzeugen Finanzfragen gähnende Langeweile. Und gewiss wollen Sie auch nicht, dass man sich nur aus Habgier oder Mitleid für Sie interessiert.

Die Läster-Falle

„Letztens habe ich mich mit einer getroffen, die war so dick, dass zwei kleinere Frauen in einer Umlaufbahn um sie kreisten …“

Eigentlich erübrigt sich hier jede Erklärung – denn das ist wirklich schlechter Stil. So verlockend es sein mag, die Schwächen von Dritten ironisch aufs Korn zu nehmen: Tun Sie es bitte nicht beim ersten Date! Noch kann Ihr Gegenüber nämlich nicht unterscheiden, ob hinter Ihrer Lästerneigung lediglich amüsierte Anteilnahme oder doch schon purer Zynismus steckt. Wahrscheinlich schaden Sie mit solchen Seitenhieben vor allem sich selbst.

Im Übrigen macht gemeinsames Lästern erst dann wirklich Spass, wenn beide die Zielscheibe des (hoffentlich liebevollen) Spotts kennen.

Die Sex-Falle

„Am liebsten habe ich es ja, wenn man mir x“)%&$}? während ich kopfüber }&!§$`’# …“Stopp! Hier überschreiten Sie eine Grenze, die jedenfalls beim ersten Treffen besser unüberschritten bleiben sollte.

Auch wenn Sie auf Ihre sexuellen Erfahrungen womöglich besonders stolz sind, sollten Sie diese höchstens sehr dezent thematisieren – es sei denn, es geht Ihnen von vornherein nur um einen One-Night-Stand. Bedenken Sie: Auch in unseren aufgeklärten Zeiten bleibt Sex für die meisten ein sensibles Thema. Was Ihnen normal erscheint, kann beim Gegenüber leicht den Rahmen sprengen. Schlimmstenfalls fühlt er oder sie sich sogar unangenehm unter Druck gesetzt.

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